Nachdem wir die letzten unserer Schüler in Fortaleza am Flughafen abgeliefert haben, nehmen wir dort auch unseren VW Gol in Empfang, der uns die nächsten Wochen durch Kite-Brasilien begleiten wird. Von dort aus machen wir uns nach Paracuru auf, die zweite Station unserer Tour, die etwa 100 km nördlich von Fortaleza liegt.
Hier checken wir, nach einem Tipp von unserem Kitedoctor Nico, der seit zwei Jahren in Paracuru wohnt und hier eine Kitereparaturwerkstatt und Zimmervermietung betreibt, noch spätabends in die nigelnagelneue und absolut empfehlenswerte Pousada Sol & Lua ein. Sie hat erst Anfang November eröffnet und wird von Roland betrieben, einem Schweizer Paragleiter und Kiter, der sich ebenfalls in Paracuru niedergelassen hat.
Kiten in Quebra Mar
Paracuru ist ein „echter“, gewachsener brasilianischer Ort und daher liegt hier alles etwas weiter auseinander. Zur Kitestation Quebra Mar, die sich ein paar Kilometer vom Ort entfernt am Strand befindet, fährt man also am besten mit dem Auto/Taxi oder Buggy.
Dort erwartet einen dann ein schöner Kitespot mit breitem Sandstrand, Kiteschule, Bar/Restaurant, bei dem man auch lecker essen kann (es lohnt sich, hier auch einmal das typisch brasilianische Gericht Vatapà zu probieren). Der Spot ist recht beliebt unter Kitern und so treffen wir hier auch schon die ersten Italiener, die wir vom Idrosee kennen…wie klein die Kitewelt ist!
Vielseitiger Spot Paracuru: Downwinder, Lagune und Wellen
In Paracuru findet man abhängig von den Gezeiten (relative) Flachwasserbedingungen innerhalb eines Riffes, auf dem von außen aber auch eine schöne Welle aufläuft.
Während sich wie immer die meisten Kiter direkt vor der Station tummeln, ist nach Norden und Süden noch viel Platz zum Ausweichen. Wer also eher die Ruhe beim kiten sucht, wird genauso glücklich wie diejenigen, die den Leuten an der Bar zeigen wollen, was sie schon alles gelernt haben.
Paracuru ist, zumindest was die Wasser-Route betrifft, auch nicht weit entfernt von Taìba mit seiner bekannten Lagune. Wie die Cauipe-Lagune in Cumbuco ist jedoch auch die Taìba-Lagune relativ schnell voll. Man muss günstige Zeiten abpassen, um dort gechillt fahren zu können.
Neben seiner Lagune ist der Wellenspot Taìba aber auch auf dem Meer für Kiter und Wellenreiter interessant. Auch den etwa 20 Kilometer langen Downwinder von Taìba nach Paracuru sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen: Auf dem ersten Drittel der Route, also von Taìba-City bis kurz nach der Lagune, hat man super-schöne Wellen - danach kommt die Speedpiste!
Wer noch etwas länger mit dem Wind abwärts brausen will, sollte auch einen Downwinder von Paracuru nach Lagoinha unternehmen. Insgesamt 30 bis 35 Kilometer lang ist die Strecke und Lagoinha auf jeden Fall einen Abstecher wert.
Freiluft-Party an der Praza
Der Ort Paracuru selbst hat ebenfalls einiges zu bieten: Im Zentrum liegt die Praza, der Dorfplatz und damit der Mittelpunkt der Stadt, um den sich hier zahlreiche Kneipen, Lanchonetes (Snackbars) und Restaurants reihen. Hier ist am Wochenende Freiluft-Party angesagt.
Dazu drehen die Jungs die Monster-Boxen ihrer Autos voll auf (und auch hier hat nicht jeder den gleichen Musikgeschmack, d.h. Hauptziel ist es vor allem, den Nachbarn mit seiner „Scheiß-Mukke“ zu übertönen), mobile Getränkestände bauen sich auf und die Party geht los.
Auf Partys wird in Brasilien meistens mit weißen Laken aufmerksam gemacht, auf denen in bunter Schrift die Art der Party (z.B. Forrò-Abend), Datum, Ort und Uhrzeit aufgepinselt sind. Einen Forrò-Abend (Forrò ist brasilianische Volksmusik - aber wirklich schön und fröhlich!) im Vento-Brasil sollte man sich in Paracuru auf keinen Fall entgehen lassen. Donnerstags ist immer Beach Party an der Kitestation Quebra Mar.
Unser absolutes Lieblings-Restaurant in Paracuru ist das Formula 1, in dem wir während unserer Zeit in Paracuru zu Stammgästen werden. Hier sind alle Hauptgerichte, wie meistens in Brasilien, für zwei Personen gedacht. Fisch ist super-lecker, das Filé Trinchado (Fleisch) und auch die Spaghetti sind absolut zu empfehlen (für alle, die wie wir nach dem vielen Reis und den Pommes ständig Gelüste nach Pasta haben). Leckeren Caipi gibt’s unter anderem in der Caipi Bar an der Praza...
Nach einer Woche in Paracuru beschließen wir weiterzuziehen, aber nicht ohne uns bei Roland schon ein Zimmer für die Weihnachtsfeiertage zwei Wochen später zu sichern. Nach unserer Tour weiter in den Norden wollen wir hier auf jeden Fall noch einmal vorbeikommen…













