Als nächstes zieht es uns dann weiter zur Flatwatersea – der Ilha do Guajirù. Noch war kaum einer dort, aber jeder spricht schon über sie, die Lagune mit Flachwasserbedingungen, Platz ohne Ende und Wind, Wind, Wind…
Kiten an der Ilha: Weiter zum Frühstück als zum Beach
Auf der Ilha mieten wir uns bei Clemens ein, einem deutschen Freund vom Kitedoctor. Dessen Pousada Lagoa Beach liegt, wie die restlichen drei Restaurants und zwei Pousadas, die es hier, irgendwo im nirgendwo, bislang gibt, sowas von direkt am Spot: Man hat es fast weiter zum Frühstück als auf’s Wasser (und ehrlich: wir sprechen hier von einer Entfernung von 5 Metern zwischen dem ersten Zimmer und dem Platz, an dem man den Kite startet)! Wer dort war, weiß, was ich meine….
Hier ist erst mal Idylle angesagt: Von der Pousada aus erblickt das Auge nur grün-blaues Wasser, brasilianische Fischerboote, den Sandstreifen am Rand der Lagune und ein paar Häuschen links und rechts. Auch hier treffen wir wieder einige vom Idro und vom Gardasee bekannte Gesichter und auch ein kleines Trüppchen an Teamridern verschiedener Kitemarken hat sich dort zum Trainieren eingefunden.
An der Ilha merken wir, dass wir hier schon ein gutes Stück weiter im Norden sind: Der Wind ist stärker, dafür auch etwas böiger. In der Lagune hat man Flachwasser, wenn auch eher choppy, und tatsächlich Platz ohne Ende. Kein Vergleich mit Cauipe et al….
Die Lagune insgesamt ist mehr als sechs Kilometer lang, wobei die Endausläufer im Süden von Mangroven durchwuchert sind. Wer da kiten will, kann es aber tun. In den Norden hoch kann man einen Mini-Downwinder durch die Lagune machen. Am Ende trifft man dann auf den Zugang zum Meer, an dem super-schöne kleine Wellen auflaufen, perfekt, um mit dem Kite Wellen abreiten zu lernen. Dahinter: Weitere kleine Lagunen mit Flatwater.
Jeder kennt jeden....
Weil es an der Ilha bisher noch wenig gibt, kommt man dort kaum aneinander vorbei und so kann beizeiten ein richtiges Jugendherbergsfeeling aufkommen. Man kitet zusammen, isst zusammen und trinkt auch gerne mal einen zusammen. Wie Clemens uns schon am ersten Tag gesagt hat, ist die Ilha eine Typfrage: Manche kommen und planen, eine Woche zu bleiben, reisen dann aber vielleicht schon nach 2 Tagen wieder ab. Andere wollen ein paar Tage bleiben und verbringen Wochen hier…
Krabbenfestival an der Ilha: Taschenkrebse, Ypióca und Forró
Eine der gesellschaftlichen Attraktionen an der Ilha ist das wöchentlich stattfindende Krabbenfest an der ersten Barraca (oder der letzten, je nach Perspektive; aber auf jeden Fall nicht zu verfehlen).
Dazu kommen die Menschen aus der ganzen Region um Itarema zusammen, es gibt Live-Musik, eben besagte Krabben, also genauer gesagt, gegrillte Taschenkrebse (carangueijos) und Ypióca, der hier in Strömen fließt (sogar ein seriös dreinblickendes Damenkränzchen (die Damen sind etwa 40+), das sich am Tisch neben uns niederlässt, lässt sich als erstes eine Flasche Ypióca-Schnaps und eine große Cola an den Tisch kommen).
Erstaunlicherweise ist das Fest relativ gechillt, alle sitzen rum, essen und trinken und kaum einer tanzt. Außer uns Gringos…so im Stehblues-Stil, wie das bei uns eben so üblich ist. Eine Brasilianerin, die mit den Italienern vom Gardasee hier ist, will dem Unglück ein Ende machen und versucht, mir ein paar Forró-Tanzschritte beizubringen. Bis mich ein männlicher Brasilianer wegreißt, um mit mir zu tanzen, was auch super-Spaß macht, außer, dass ich mich wie ein Stock in seinen Armen fühle. Naja, hab’s halt nicht im Blut.
Nach fünf Tagen Ilha-intensiv ziehen wir dann aber weiter in den Norden, genauer gesagt, nach Jericoacoara. Wir wollen ja noch einiges sehen, auf unserem Kite-Trip durch Brasilien…












